DGUV V3 Prüfung Worms: Elektroprüfung für Industrie, Handwerk und Logistik am Rhein
In Worms stehen Chemieanlage, Fertigungshalle und Lagerhalle oft nur wenige hundert Meter auseinander, mit ganz unterschiedlichem Gerätebestand. Was sie verbindet, ist dieselbe Pflicht: die wiederkehrende Prüfung nach DGUV Vorschrift 3.
Für Betriebe in Worms übernimmt die GBS Gesellschaft für Betriebssicherheit mbH diese Prüfung, von der Produktionsanlage bis zum Bürogerät. Warum ausgerechnet eine befähigte Person nach TRBS 1203 und keine geringer qualifizierte Kraft, erklärt das Unternehmen auf seiner Website unumwunden.
„Der Einsatz lediglich elektrisch unterwiesener Personen ohne entsprechende Ausbildung kommt für uns nicht infrage“, heißt es dort. „Das ist keine Formalie, sondern eine gesetzliche Pflicht des Arbeitgebers.“
Worms zwischen Chemiestandort, Metallverarbeitung und Rheinhafen
Am Standort Worms beschäftigten Betriebe 2023 insgesamt 35.256 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, gut ein Fünftel davon im Produzierenden Gewerbe (Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Kommunaldatenprofil Worms, Stand 2023). Das Bruttoinlandsprodukt lag 2021 bei 3.465 Millionen Euro, je Einwohner 41.419 Euro.
Zum Produzierenden Gewerbe zählen in Worms unter anderem die Kunststoff und Chemie verarbeitende Industrie, die Metallerzeugung und der Maschinenbau sowie eine wachsende Logistikbranche im Industriegebiet Worms-Nord, begünstigt durch die Lage am Rhein.
Einen konkreten Namen trägt der Chemiestandort: Die Röhm GmbH betreibt in Worms einen ihrer sechs deutschen Standorte und stellt dort unter anderem Methacrylat-Monomere und -Polymere für Plexiglas-Produkte her (Röhm GmbH, Standorte, abgerufen im September 2026).
Eine Fertigungsanlage der Kunststoffverarbeitung braucht dabei eine andere Prüfroutine als eine Lagerhalle mit Ladetechnik oder eine Werkstatt im Maschinenbau, so verschieden die drei Betriebsformen auch arbeiten. Für alle gilt am Ende dasselbe Regelwerk, die DGUV V3.


Rechtsgrundlage: Was die DGUV Vorschrift 3 von Betrieben in Worms verlangt
Grundlage der Prüfpflicht ist die Vorschrift 3 der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Sie schreibt Arbeitgebern vor, elektrische Anlagen und Betriebsmittel in wiederkehrenden Abständen kontrollieren zu lassen, gestützt von zwei weiteren Regelwerken: der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG).
Konkret verlangt § 14 BetrSichV eine Prüfung bei drei Gelegenheiten, vor der ersten Nutzung, in festen Intervallen und zusätzlich nach einem Umbau oder Schaden (abgerufen im September 2026). Wer die Arbeit an einen Dienstleister vergibt, bleibt trotzdem selbst in der Pflicht, das regelt dasselbe Paragrafenwerk eindeutig.
Für Worms kommt eine weitere Besonderheit hinzu: § 1 Absatz 2 ArbSchG nimmt ausdrücklich auch den öffentlichen Dienst in die Pflicht. Ein städtischer Betrieb steht damit rechtlich auf derselben Stufe wie ein privates Industrieunternehmen.
Wer in Worms nach DGUV V3 prüfen darf
Prüfen darf laut § 14 Absatz 2 BetrSichV nur eine dafür befähigte Person. Die TRBS 1203 füllt diesen Begriff mit konkreten Voraussetzungen: abgeschlossene Berufsausbildung, praktische Erfahrung und eine fortlaufende Tätigkeit genau in diesem Prüfgebiet.
Zulässig wäre es nach den Durchführungsanweisungen, Teilschritte an eine elektrotechnisch unterwiesene Person abzugeben, solange eine Elektrofachkraft die Aufsicht behält. GBS macht davon keinen Gebrauch. Im Einsatz sind ausschließlich Elektrofachkräfte mit abgeschlossener Ausbildung im Elektrohandwerk, egal ob der Auftraggeber ein Chemiebetrieb, ein Logistikunternehmen oder ein Handwerksbetrieb ist.


Ablauf einer Prüfung bei GBS
Noch bevor das erste Messgerät angesetzt wird, geht GBS Halle, Lager und Werkstatt gemeinsam mit dem Betrieb durch und ordnet jedes einzelne Betriebsmittel seiner Kategorie zu. Diese Zuordnung wandert direkt ins Prüfprotokoll und bleibt dort stehen, nicht nur das spätere Ergebnis der Messung. Nur eine befähigte Person nach TRBS 1203 trifft diese Entscheidung.
Darauf baut der weitere Auftrag auf:
Digital abrufbar sind alle Ergebnisse anschließend im Kundenportal. Taucht später ein Schaden auf, verlangt der Versicherer genau dieses Protokoll als ersten Beleg.
Was die Prüfung kostet
Wie hoch der Aufwand ausfällt, zeigt sich erst nach einer Bestandsaufnahme vor Ort, denn ein Chemiebetrieb kommt mit einem völlig anderen Geräte- und Anlagenbestand als eine Logistikhalle oder eine Handwerkswerkstatt. Auch Anfahrt und Erreichbarkeit spielen je nach Standort in Worms eine Rolle.
Welche Faktoren im Einzelnen den Preis bestimmen, erklärt die Seite Kosten der DGUV V3 Prüfung für Unternehmen.



