DGUV V3 Prüfung Ludwigshafen am Rhein: Elektroprüfung für Industrie und Gewerbe

Ein verstrichener Prüftermin fällt selten im Betrieb auf. Er fällt auf, wenn nach einem Schaden jemand den Nachweis sehen will. „Das ist keine Formalie, sondern eine gesetzliche Pflicht des Arbeitgebers“, heißt es dazu bei der GBS Gesellschaft für Betriebssicherheit mbH.

Für Betriebe im Raum Ludwigshafen übernimmt GBS die wiederkehrende Elektroprüfung, vom Schaltschrank bis zur Handbohrmaschine. Ausgeführt wird sie von Fachkräften, die als befähigte Person im Sinne der Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS) 1203 gelten.

In Ludwigshafen steht mehr unter Spannung als anderswo

Wie industriell Ludwigshafen ist, zeigt die amtliche Statistik. 42,0 Prozent der Erwerbstätigen arbeiteten hier 2022 im Produzierenden Gewerbe. Am Arbeitsort zählte die Stadt 2023 insgesamt 105.880 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Kommunaldatenprofil, abgerufen im September 2026).

Wo produziert wird, verschiebt sich der Prüfbestand zu fest installierten Anlagen und Maschinen hin. Wo durchgehend produziert wird, bleibt für die Prüfung außerdem nur ein enges Zeitfenster.

Hochspannungsleitungen im Abendlicht über einer Industrieregion
Verfahrenstechnische Anlage mit Rohrleitungen und Schaltschrank in einem explosionsgefährdeten Bereich

Explosionsgefährdete Bereiche haben eigene Prüffristen

Wo brennbare Gase, Dämpfe oder Stäube auftreten können, greift die Vorschrift 3 der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) nicht allein. Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) verlangt für Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen eigene, kürzere Intervalle.

Nach Anhang 2 Abschnitt 3 der Verordnung sind Anlagen mindestens alle sechs Jahre auf Explosionssicherheit zu prüfen, Geräte und Schutzsysteme mindestens alle drei Jahre, Lüftungsanlagen und Gaswarneinrichtungen jährlich (BetrSichV Anhang 2, abgerufen im September 2026). Dazu kommen die Prüfung vor der erstmaligen Inbetriebnahme und die Prüfung nach prüfpflichtigen Änderungen.

Diese Prüfungen übernimmt eine zugelassene Überwachungsstelle oder eine befähigte Person mit der entsprechenden Qualifikation. Die schwierigere Frage ist dabei die Abgrenzung: Welche Betriebsteile gehören in die Zone, und welches Betriebsmittel darin fällt in welchen Prüfumfang?

Prüffristen im Überblick

Zwei Regelwerke bestimmen, wann geprüft wird. Für den elektrischen Normalbetrieb sind es die Durchführungsanweisungen zur DGUV Vorschrift 3, für Zonen die Betriebssicherheitsverordnung. Verbindlich festgelegt werden die Abstände am Ende vom Betreiber selbst.

PrüfobjektPrüfintervallRegelwerk
Fest installierte Anlagen im Werk und im Verwaltungsbaualle 4 Jahre als RichtwertDGUV V3, Durchführungsanweisungen
Anlagen in Räumen besonderer Art nach DIN VDE 0100 Gruppe 700jährlichDGUV V3, Durchführungsanweisungen
Handgeführte Geräte, Leitungen, Laborgerätehalbjährlich, im Bürobereich bis zu zwei JahreDGUV V3, Durchführungsanweisungen
Bewegliche Betriebsmittel auf Baustellenvierteljährlich, längstens jährlichDGUV V3, Durchführungsanweisungen
Fehlerstromschutzschalter, stationär, Prüftaste durch den BenutzerhalbjährlichDGUV V3, Durchführungsanweisungen
Explosionssicherheit ganzer Anlagen in Zonenalle 6 JahreBetrSichV Anhang 2 Abschnitt 3
Einzelne Geräte und Schutzsysteme in Zonenalle 3 JahreBetrSichV Anhang 2 Abschnitt 3
Lüftung und Gaswarntechnik in ZonenjährlichBetrSichV Anhang 2 Abschnitt 3

Belege: Durchführungsanweisungen zur DGUV Vorschrift 3 und BetrSichV Anhang 2 Abschnitt 3, abgerufen im September 2026.

Für fest installierte Anlagen gibt es keine pauschale Frist. Der Wert von vier Jahren ist ein Richtwert. Welcher Abstand tatsächlich gilt, ergibt die Gefährdungsbeurteilung.

Bei beweglichen Betriebsmitteln lassen sich die Abstände strecken. Wer nachweist, dass höchstens zwei von hundert Geräten beanstandet wurden, darf die gewählte Frist als ausreichend ansehen.

Was in einem Ludwigshafener Betrieb geprüft wird

Fest installierte Anlagen, Schaltschränke, Verteilungen

Die wiederkehrende Prüfung fester Installationen richtet sich nach der DIN VDE 0105-100. Kommt eine Anlage neu dazu oder wird erweitert, greift für die Erstprüfung die DIN VDE 0100-600.

Zum Umfang gehören ortsfeste elektrische Anlagen und Haupt- und Unterverteilungen.

Produktionsmaschinen und Fertigungsanlagen

Maßgeblich für die elektrische Ausrüstung einer Maschine ist die DIN VDE 0113-1. Bei nicht stationär aufgestellten Maschinen kommen die Vorgaben des Herstellers hinzu. Wichtig ist die Einordnung: Eine Schweißanlage auf Rollen zählt weiter zu den beweglichen Betriebsmitteln, selbst wenn sie seit Monaten nicht bewegt wurde. Den Ablauf beschreibt die Seite zur Maschinenprüfung nach DGUV V3.

Handgeführte Technik in Werkstatt und Labor

Für Bohrmaschinen, Prüfstände, Leitungen und Bildschirmarbeitsplätze gilt die DIN VDE 0701-0702. Geprüft wird in drei Stufen: ansehen, messen, Funktion nachweisen.

Der Auftrag „alle beweglichen Betriebsmittel prüfen“ führt dabei in die Irre. Eine fest verkabelte Werkbank fällt aus dieser Vorgabe heraus und muss trotzdem erfasst werden, nur eben als feste Installation. Details zur Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel.

Baustellentechnik im laufenden Werk

Wo umgebaut wird, gelten kürzere Intervalle als im übrigen Betrieb. Bei Erweiterungen im laufenden Werk gilt für die Baustellentechnik damit ein anderer Abstand als für die vorhandene Installation.

Betroffen sind Baustromverteiler und die Prüfung von Fehlerstromschutzschaltern, kurz RCD.

E-Check und DGUV V3 Prüfung sind zweierlei

Der E-Check ist eine Marke des Elektrohandwerks und wird freiwillig beauftragt. Eine gesetzliche Pflicht begründet er nicht.

Die Prüfung nach DGUV Vorschrift 3 schuldet der Arbeitgeber dagegen von Gesetzes wegen, mitsamt einer Dokumentation, die vor Versicherung und Aufsicht standhält. Wer den E-Check sucht, findet ihn auf der Seite zum E-Check im Raum Ludwigshafen.

Prüfer dokumentiert die Ergebnisse einer Elektroprüfung am geöffneten Schaltschrank
Befähigte Personen nach TRBS 1203 werten Prüfergebnisse am Arbeitsplatz aus

Wer in Ludwigshafen prüfen darf

Die wiederkehrende Prüfung elektrischer Arbeitsmittel überträgt die Betriebssicherheitsverordnung in § 14 Absatz 2 einer zur Prüfung befähigten Person. Was diese mitbringen muss, füllt die TRBS 1203 aus: Berufsausbildung, Berufserfahrung und zeitnahe Tätigkeit im Prüfgebiet.

Einen Teil der Prüfungen darf nach den Durchführungsanweisungen zur DGUV Vorschrift 3 auch eine elektrotechnisch unterwiesene Person ausführen. Voraussetzung sind die Leitung und Aufsicht durch eine Elektrofachkraft sowie geeignete Messmittel. Bei der GBS Gesellschaft für Betriebssicherheit mbH ist das ausgeschlossen: „Der Einsatz lediglich elektrisch unterwiesener Personen ohne entsprechende Ausbildung kommt für uns nicht infrage.“

Wer die Qualifikation im Wortlaut nachlesen will, findet sie in der TRBS 1203.

Die Gewerbeaufsicht für Ludwigshafen sitzt in Neustadt

Für den technischen Arbeitsschutz in Ludwigshafen ist die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd zuständig, und zwar über ihre Regionalstelle Gewerbeaufsicht in Neustadt (LASI, Adressenliste der Arbeitsschutzbehörden, Stand Januar 2026).

Zu ihren Aufgaben zählen die Überwachung genehmigungsbedürftiger Anlagen und die Beratung bei der Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen. Genau dort werden die Prüffristen festgelegt, die später jede einzelne Prüfung bestimmen.

Prüfung im laufenden Schichtbetrieb

Vor der ersten Messung steht die Begehung. Dabei wird jedes Betriebsmittel aufgenommen und eingeordnet, und die Kategorie bleibt anschließend fest im Protokoll des Geräts stehen, nicht nur das Ergebnis der Prüfung. Über die Zuordnung entscheidet allein eine befähigte Person nach TRBS 1203.

Danach läuft der Auftrag in dieser Reihenfolge:

  • Werksbereiche, Standorte und Zonen aufnehmen

  • Kategorien vergeben und daraus die Fristen ableiten

  • Termine auf Zeiten außerhalb der Betriebszeiten legen, wenn der Ablauf es verlangt

  • vor Ort prüfen und die Messwerte aufnehmen

  • Protokoll je Gerät und Übersicht der Mängel erstellen

  • die nächsten Termine in die Fristenüberwachung übernehmen

Alle Ergebnisse stehen anschließend im Kundenportal bereit und lassen sich nach ELEKTROMANAGER, IZYTRONIQ oder SafetyTest übernehmen.

Prüfung von Fertigungsanlagen in einer Produktionshalle im laufenden Schichtbetrieb

Was die Prüfung kostet

Beziffern lässt sich eine Prüfung erst nach der Bestandsaufnahme. Solange nicht feststeht, welche Objekte im Haus sind und in welche Kategorie sie fallen, fehlt der Kalkulation die Grundlage.

Woran der Aufwand hängt, führt die Seite Kosten der DGUV V3 Prüfung für Unternehmen im Einzelnen auf.

Was GBS als Prüfpartner mitbringt

Was ein Auftrag umfasst:

  • Prüfung durch befähigte Personen nach TRBS 1203, keine elektrotechnisch unterwiesenen Personen

  • Anlagen, Maschinen und bewegliche Betriebsmittel aus einer Hand

  • auf Wunsch die Rolle der verantwortlichen Elektrofachkraft

  • digitaler Zugriff auf die Prüfprotokolle über das Kundenportal

  • Überwachung der Prüffristen, damit kein Termin unbemerkt verstreicht

Prüftermin für Ihren Ludwigshafener Standort anfragen

Nennen Sie uns Ihren Standort und den ungefähren Anlagenbestand. Wir melden uns mit einem Vorschlag für den Prüfumfang.

Häufige Fragen zur DGUV V3 Prüfung in Ludwigshafen

Ja, wenn es sich um eine prüfpflichtige Änderung handelt. Die Betriebssicherheitsverordnung sieht dafür in § 14 Absatz 3 eine außerordentliche Prüfung vor, ebenso nach außergewöhnlichen Ereignissen, die die Sicherheit beeinträchtigt haben können.

Jeder Mangel wird im Protokoll des betroffenen Betriebsmittels festgehalten und in einer Mängelübersicht zusammengefasst. Der Betrieb entscheidet danach, ob repariert, ersetzt oder das Gerät aus dem Verkehr genommen wird.

Die Verantwortung trägt der Arbeitgeber, und daran ändert die Vergabe an einen Dienstleister nichts. Unterbleibt die Prüfung, steht der Bußgeldtatbestand des § 22 BetrSichV im Raum. Nach einem Schaden sieht sich zusätzlich der Versicherer die Prüftermine an.

Die Angaben auf dieser Seite haben den Stand September 2026 und beschreiben den Regelfall. Welche Fristen und welcher Umfang für einen konkreten Betrieb gelten, ergibt seine eigene Gefährdungsbeurteilung; für eine verbindliche Auskunft dazu sprechen Sie uns bitte an.